Die Tatsache dass es überall auf der Erde grosse (und grossartige !) Pyramiden gibt, lässt schliessen dass sie für fast alle antiken Kulturen eine immense Bedeutung hatten. Aber warum haben alle diese Zivilisationen, scheinbar unabhängig voneinander, Konstruktionen mit Pyramidenform für Ihre religiösen Zeremonien gewählt? Gibt es tatsächlich in den Pyramiden eine Art "Energie" die den Priestern für ihre Zeremonien nützlich war und womöglich erstaunliche Effekte produzierte?

Um der Lösung des Rätsels ein wenig näher zu kommen, müsste man bei den geschichtlichen Quellen anfangen und rausfinden was die Menschen die Pyramiden für diese Zwecke benutzt hatten, darüber berichten.

Nehmen wir den Fall des Ägyptens. Die bei weitem wichtigsten Gottheiten waren neben Ra, Osiris, Isis und Horus, als Vater, Mutter und Sohn. Osiris und Isis herrschten über das Reich der Toten, in den Sternen. Jeder König des Ägyptens war als Horus (auf der Erde) anerkannt und herrschte über das menschliche Volk. Bei seinem Tod reiste die Seele des Königs zu den Sternen und ward zum Osiris und sein Sohn, der die Macht übernahm, ward zu neuem Horus und herrschte über das Volk. ABER: dies geschah nicht einfach so, als Tradition, sondern durch ein geheimnisvolles Ritual in einer Pyramide, das die Macht des neuen Horus durch die Verbindung zu den Göttern legitimierte und ihn zu unanfochtbarem Gott und Herrscher machte. Die Frage ist: war dieses Ritual nur eine Reihe von mystischen Formeln und Gesängen, oder gab es auch etwas "Fassbares" das dem zukünftigen König einen besonderen Bewussteinszustand schenkte und ihn tatsächlich zu einem "höheren Wesen"machte? Das Ritual, beschrieben im Buch von H.W. Fairman "The Kingship Rituals of Egypt", schickte scheinbar den zukünftigen König zuerst ins Reich der Toten, um dort die anderen Götter "kennenzulernen" und von ihnen akzeptiert zu werden. Der König trank gegen Mitternacht eine Art Gertränk das ihn ins "Reich der Toten" schickte (aber ihn nicht endgültig umbrach). Da das Ganze in einer Pyramide geschah, ergibt sich folgende Frage: einmal die Seele des Kandidats frei vom Körper geworden, nützte sie die mystische "Pyramidenkraft" um direkt zu der Bewusstseinsebene der Götter zu gelangen ???

Darüber kann man nur spekulieren, genauso wie über die Frage ob es eine "Seele" des Menschen gibt.

Die alten Ägypter nahmen diese etwa 5300 Jahre alte Rituale aber völlig ernst und nannten sie Auferstehungsrituale, denn der zukünftige König war, ihrer Ansicht nach, gestorben und nach einer Reise ins Reich der Götter, wieder auferstanden. (J. Spiegel "Das Auferstehungsritual der Unaspyramide") Dies legitimierte ihn als Gottheit und verleihte ihm absolute Macht über das Land.

Das Interessante daran ist aber dass einige wichtige Elemente des Rituals geheim waren und nicht schriftlich überliefert worden sind. Diese waren nur den wichtigsten Priestern und dem König bekannt und es ist anzunehmen dass diese (technischen?) Elemente diejenigen waren die die vermeintliche Reise ins Reich der Götter ermöglichten.

Der Verlauf der ägyptischen Geschichte gibt Grund zu der Annahme dass an dieser Hypothese etwas dran sein könnte.

Vor etwa 4000 Jahren. fing die königliche Macht an schwach zu werden und konnte das Regat nicht mehr kontrollieren. Eine fremde Herrenschicht übernahmen langsam, über die Jahrhunderte, die wirtschaftliche und administrative Führung und schliesslich kam es sogar dazu das ihre Könige auch an die politische Macht kammen. Genauer gesagt, zwischen 1780 und 1560 b.C. herrschten dort die Hyksos (auf ägyptisch: hikau-chasut , "Die Könige der Wüste"), ein relativ tolerantes Volk das sich die ägyptische Kultur und Religion zum Teil eineignete. Die alte, ursprüngliche, ägyptische Dynastie war nur noch von lokaler Bedeutung und herrschte in Theben, im Süden Ägyptens. Nach Übernahme der politischen Macht wollten die Hyksoskönige auch die religiöse und spirituelle Macht übernehmen, konnten dies aber nicht tun ohne die geheimen Elemente des Auferstehungsrituals zu kennen. (Quelle: Christopher Knight und Robert Lomas: "The Hiram Key". Diese Autoren behaupten dass die heutigen freimaurerischen Rituale aus den alten ägyptischen Rituale stammen). Schliesslich kam es zur direkten Konfrontation zwischen dem Hyksoskönig Apophis I und dem ägyptischen König Seqenenre Taa II. Apophis nannte sich eigenmächtig A-nser-Re (grosser und mächtiger Ra) und das war dem Seqenenre wohl zuviel. Irgendwann schickte Apophis seine Leute nach Theben, um die hohen Priester zur Preisgabe der Auferstehugsgeheimnisse zu zwingen, diese gaben aber nicht nach und wurden getötet. Der Letzte der diese Geheimnisse noch kannte, im ganzen Ägypten, war Seqenenre Taa und die Leute von Apophis versuchten mit ihm das Gleiche. Weil er ebenfalls nicht nachgab, wurde er auch getötet und mit ihm gingen auch die Geheimnisse des Auferstehungsrituals verloren. (Seine Mumie, mit Einschlaglöchern im Kopf, bezeugt seinen gewaltigen Tod und befindet sich im Cairo Museum unter der Katalog-Nr. 61-051). Das ägyptische Volk wurde wegen der Tötung seines letzten Königs wütend und vertrieb schliesslich die Hyksos aus dem Lande. Mit dieser Vertreibung begann auch das Neue Reich mit Ahmose als erster Pharao der 18. Dynastie.

Ab diesem Zeitpunkt wurden die Herrscher Ägyptens nicht mehr Könige genannt, sondern Pharaos. Obwohl sie ebenfalls als Göter auf Erden verehrt wurden, waren ihre Rituale wohl nicht mehr ganz die Alten, sondern nur einfache Reihen von mystischen Formeln und Gesängen, ohne die "lebendigen Elemente", die alten Geheimnisse, die Seqenenre Taa mit in den Grab genommen hatte.

Nun, wozu die ganze Geschichte?

Die anfängliche Frage war, ob diese königlichen Rituale in Pyramiden geführt wurden weil diese Gebilde eine besondere "Kraft" ausstrahlen. Unsere Experimente mit Pyramiden (und Kombinationen von Pyramiden) zeigen dass dort scheinbar unerklärliche Phänomene stattfinden, aber nicht immer. Kleine Fleischstücke werden mumifiziert, Rasierklingen verden leicht geschärft, aber nicht immer. Es scheint so, als ob es Perioden gibt in denen die Pyramiden "funktionieren" , danach passiert nichts mehr. Die Funktionsphasen der Pyramiden wechseln sich ab wie Mondphasen, manchmal aber ohne jeder Regelmässigkeit. Man kann sie nicht als "Energiegeräte" im üblichen Sinne bezeichnen, denn sie lassen sich nicht immer benutzen wie z.B. ein Fernseher oder Elektroherd: in die Steckdose stecken und fertig! - es funktioniert.

Also, folgende Frage kommt nun auf: waren die alten königlichen Geheimnisse, solche über die Nutzung der "Pyramidenkraft"?

Wenn ja, dann sind sie wohl, mit dem Tod von Seqenenre Taa, verloren gegangen.